Hilti Gruppe führt mit MIC erfolgreich eine einheitliche und transparente Lösung für Warenursprung & Präferenzen inkl. Zolltarifierung ein

Case Studies | Tarifierung & Klassifizierung | Warenursprung & Präferenzen | 15 Januar 2020

Hilti– Das Unternehmen

Hilti steht für Qualität, Innovation und direkte Kundenbeziehungen mit rund 250 000 Kontakten pro Tag. Mehr als 30 000 Mitarbeitende weltweit tragen dazu bei, die Arbeit auf den Baustellen einfacher, schneller und sicherer zu machen – und die Kunden jeden Tag aufs Neue zu begeistern. Mit Produkten, Systemen, Software und Serviceleistungen, die überlegenen Mehrwert bieten. Oftmals entstehen Ideen für Verbesserungen direkt vor Ort im Gespräch mit den Kunden. Wenn es für eine Herausforderung noch keine Hilti Lösung gibt, wird sie entwickelt. Dafür investiert das Unternehmen mit Hauptsitz in Schaan, Liechtenstein, jährlich rund 6 Prozent des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Das strategische Ziel: nachhaltige Wertgenerierung durch Marktführerschaft und Differenzierung. Auch finanziell plant das 1941 von den Brüdern Eugen und Martin Hilti gegründete Unternehmen mit Weitblick. Sämtliche Aktien des Konzerns befinden sich im Besitz des Martin Hilti Familien Trusts, der die langfristige Weiterführung des Unternehmens sicherstellt.

Hilti baut eine bessere Zukunft – mit nachhaltigen und innovativen Lösungen. Das Unternehmen übernimmt gleichermassen Verantwortung gegenüber Gesellschaft und Umwelt, um sich auch ausserhalb des Kerngeschäfts für eine bessere Zukunft einzusetzen. Dazu tragen neben der gemeinnützigen Hilti Foundation auch die Werte bei, die wir täglich im Umgang mit Teammitgliedern, Partnern und Kunden leben: Integrität, Mut, Teamwork und Engagement.

Quelle: www.hilti.group 

 

Die Ausgangssituation bei Hilti – Umstieg von SAP ECC6.0 auf SAP S/4HANA

Bei Hilti gibt es schon seit langer Zeit einen starken Fokus auf globales und einheitliches Prozessmanagement. In Gesamtverantwortung bzw. Konzernweit, wurden alle Hilti Foreign-Trade-Prozesse (z.B. das Country of Origin Management, die Customs Operation, AEO, Dual- Use, u.v.m.) zentral in SAP ECC 6.0 abgebildet, unter dem Einsatz weitgreifender Eigenentwicklungen und mit hohem Automatisierungsgrad.

Über viele Jahre wurde Hiltis Foreign-Trade-System so weiterentwickelt, um der Compliance entsprechende Außenhandelsprozesse effizient auszuführen und entsprechende Abgaben- und Kosteneinsparungspotenziale zu nutzen.

2016 wurde dann allerdings entschieden SAP ECC 6.0 mit S/4 HANA abzulösen. Eine weitreichende, den gesamten Hilti Konzern treffende Entscheidung mit einem sehr ambitionierten Projektplan:

  • Projektstart 2017
  • Implementierungsziel 2018/2019
  • Alles zeitgleich in der gesamten Hilti Gruppe mit einem BIG BANG als Go-Live am Ende des Projektes

Hilti war damit eines der ersten Unternehmen, das sich der Herausforderung des Umstiegs von SAP ECC auf SAP S/4HANA gestellt hat. Die Auswirkungen auf das Hilti Global Customs Team waren enorm da nicht alle Hilti Anforderungen im Bereich Foreign Trade abgedeckt werden konnten und die Lösung zukunftsorientiert sein sollte. Daher wurde im Januar 2017 das Projekt „Foreign Trade 2.0“ gestartet mit dem Ziel ein einheitliches und Hilti-übergreifendes externes System für das  Warenursprungs-Management sowie zur Zolltarifierung seiner Produkte zu etablieren, welches über Schnittstellen zum neuen SAP S/4HANA ERP System verbunden ist und damit für integrierte Prozesse sorgt.

 

Anforderungen & Evaluierung – Warum sich Hilti für MIC entschieden hat

Die von Hilti durchgeführten Analysen hinsichtlich der Anforderungen und Implikationen für das zukünftige System für das Warenursprungs-Management sowie Zolltarifierung, haben zu folgenden grundlegenden Auswahlkriterien geführt:

  • Auswahl einer Service-Provider-Lösung die es ermöglicht:
    • potenzielle Funktionslücken im Foreign-Trade-Management von S/4HANA zu schließen.
    • während Hiltis ERP-Umstellungsphase getestet und genutzt zu werden, um damit die Komplexität zu reduzieren und das Risiko unter den beteiligten Interessensgruppen (Hilti-Werke) zu mindern.
    • die Zollproduktivität und -effizienz durch effiziente Nutzung von Freihandelsabkommen oder Prozessoptimierungen weiter zu verbessern.
  • Die Lösung muss Hiltis spezifischen Foreign-Trade-Prozessen vollständig entsprechen.
  • Die Lösung muss potenziell negative finanzielle Auswirkungen vermeiden und sicherstellen,
    • dass Freihandelsabkommen ohne Unterbrechung weiter genutzt werden können, um das Einsparungspotential von 6 Mio. CHF jährlich realisieren zu können.
    • dass Hilti-Produkte für die 28 Länder, in denen ein Ursprungszeugnis für den Import erforderlich ist, weiter verfügbar sind.
    • dass es Hiltis visionäres IT-Ziel von „Solid Core and Flexible Boundary” unterstützt.

Die Evaluierung und Auswahl der passenden Service-Provider-Lösung anhand dieser Kriterien erfolgten weltweit von Hiltis Zentrale aus und hatten Auswirkungen auf verschiedenste Hilti-Organisationen (z.B. Werke, regionale Verteilzentren usw.).

Schon rasch nach dem Start des „Foreign Trade 2.0“ Projektes hat sich Hiltis Global Customs und Trade Compliance Abteilung am Markt nach dafür bekannten Softwareanbietern für Warenursprungs- und Präferenzlösungen bzw. Zolltarifierung umgesehen. Und sehr schnell ist man dabei auf MIC, dem führenden Anbieter für globale Zoll- und Trade-Compliance-Lösungen gestoßen. Neben anderen Anbietern hat Hilti MIC zu Präsentation, Gesprächen und einer entsprechenden Angebotslegung eingeladen. Um sich das von MIC Gezeigte und Angebotene auch von Dritten bestätigen zu lassen, standen auch Referenzbesuche bei bestehenden MIC-Kunden an.

 

Das Projekt – Projektverlauf & Go-Live

Der Kick-Off für dieses Projekt erfolgte im September 2017. HILTI hat dabei auf die Cloud-basierte Software-as-a-Service (SaaS) Lösung von MIC gesetzt und dabei vorerst folgende MIC-Module implementiert:

  • Ursprungskalkulations-System - OCS|CALC:
    MICs Lösung für die präferenzielle Ursprungskalkulation (MIC OCS|CALC) hilft, eine Reihe komplexer präferenzieller Ursprungsregeln für zahlreiche Freihandelsabkommen durch vollständige Audit-Trails zu erfüllen und die Prozesse durch Steigerung des Automatisierungsgrades zu optimieren.
  • Zentrales Zolltarifierungs-System - CCS|CTC:
    MICs zentrales Zolltarifierungs-System (MIC CCS|CTC) ermöglicht eine verbesserte Automatisierung und Nachvollziehbarkeit der Zolltarifierung von Produkten durch regelbasierte und intelligente Algorithmen unter Berücksichtigung regelmäßig aktualisierter nationaler Zolltarife.

Konkret wurde beinahe ein Dutzend Freihandelsabkommen für die Ursprungskalkulation implementiert wie z.B. EUCA (EU mit CA), (PAN) CH/LI & EU (EFTA mit TR, EU) oder EUMED (EU mit MA, JO, IL, LB). Neben der Implementierung dieser zahlreichen FTAs wurden im Rahmen dieses Projektes auch einige Neuentwicklungen zur Funktionalitätserweiterung von OCS umgesetzt.

Das betrifft unter anderem die Präferenzweitergabe, die es Hilti ermöglicht, bei internen Reihengeschäften die erlangte Präferenz von einem Werk an das nächste Werk weiterzugeben, völlig automatisiert und samt aller Dokumente, was eine wesentliche Prozesserleichterung darstellt.

Abgesehen davon, musste auch eine Schweizer Eigentümlichkeit berücksichtigt werden und zwar hinsichtlich der Lieferantenerklärungen. Hier werden nämlich Lieferanteerklärungen je Bestellung (Purchase order based) benötigt, die üblicherweise bekannten Langzeitlieferantenerklärungen gibt es hier nicht.

Die Ursprungskalkulation ist zudem über bidirektionale Schnittstellen mit Hiltis SAP S/4HANA verbunden und zu 100% automatisiert. Die von MIC OCS kalkulierte Ursprungsinformation fließt voll automatisiert in Hiltis-Rechnungserstellung ein, kein einziger Anwender ist dabei eingebunden, lediglich bei Fehlermeldungen muss manuell eingegriffen werden. Das spart Zeit und befreit die Anwender von lästigen sich ständig wiederholenden Tätigkeiten.

Nicht vergessen darf man auf die zentrale Zolltarifierung für Hiltis gesamte Produktpalette entsprechend nationaler Anforderungen mit MICs Zolltarifierungs-System CCS. Auch hier erfolgte die Integration mit SAP über bidirektionale Schnittstellen.

Die Integration mit SAP S/4HANA über Schnittstellen war für MIC wohl eine der wesentlichen Herausforderungen in diesem Projekt. Zwar gab es standardisierte SAP Schnittstellen, aber nicht für S4/HANA, das war komplettes Neuland. Die Schnittstellen mussten daher erst entwickelt und implementiert werden, am Ende verfügte man aber über neue standardisierte SAP S/4HANA-Schnittstellen. Hilti profitiert damit nun von der nahtlosen Integration zwischen seinem neuen ERP-System und den Softwarelösungen von MIC. Das ermöglicht hoch automatisierte und der Compliance entsprechende Zoll- und Handelsprozesse. Die Schnittstellenkommunikation erfolgt in Echtzeit mit XML-Files über SOAP Standard Web-Services.

Bei einem Projekt mit einer großen Unbekannten wie dem neu einzuführenden SAP S/4HANA haben sich während des Projektes noch neue Anforderungen ergeben, welche den Projektumfang und auch die Komplexität erhöht haben. Das wiederum hatte zur Folge, dass umfangreiche Tests seitens Hilti und MIC erforderlich waren. Darunter war auch ein Systembelastungstest Mitte 2018 mit 2000 gleichzeitig auf das neue Foreign-Trade-System zugreifenden Anwendern zu bewältigen, der sich über ein gesamtes Wochenende zog und sehr positiv verlief.

Nach diesem Test wurde ein vorläufiger Schlussstrich gezogen und die Schnittstellen mit diesem Entwicklungsstand „eingefroren“, nichts durfte von nun an mehr geändert werden. Es war eine Vorsichtsmaßnahme um bis zum Go-Live nichts mehr zu riskieren und zu diesem Zeitpunkt auf ein funktionierendes System zugreifen zu können.

Am 26.11.2018 erfolgte dann der Big-Bang. In Stunden getaktet und im Gleichklang mit der Umstellung von SAP ECC6.0 auf SAP S/4HANA, erfolgte der Go-Live von MICs Lösung für Warenursprung und Präferenzen sowie für die zentrale Zolltarifierung innerhalb der gesamten Hilti Group. Von Anfang an war keine Verzögerung „erlaubt“ und die hat es auch bis zum Ende nicht gegeben. 

 

Resümee und Stimmen zum Projekt

Das gesamte Projekt war von einer professionellen und lösungsorientierten Zusammenarbeit gekennzeichnet und fokussierte immer auf das große Ganze und verlor sich nicht zu sehr in Details.

Alle Meilensteine wurden rechtzeitig erreicht –obwohl während des Projektes zusätzliche Anforderungen definiert wurden.

Das Projekt wurde innerhalb der geplanten Projektlaufzeit, des geplanten Budgets sowie qualitativ einwandfrei umgesetzt und abgeschlossen.

Der Einsatz von MICs SaaS-Lösung ermöglicht Hilti nun eine stärkere Fokussierung auf die Kernprozesse in ihrem ERP-System SAP S/4HANA (Solid Core). Dies aufgrund der durch MIC zusätzlich gewonnenen Flexibilität und den reduzierten Anpassungsbedarf im Hinblick auf regelmäßige Gesetzesänderungen im Bereich der Zoll- und Trade-Compliance (Flexible Boundary). 

 

Hilti und die nächsten Schritte

Der mit MIC unterzeichnete Vertrag beinhaltet zusätzlich das Sub Modul MIC OCS|SCS (Supply Chain Solicitation), welches ein intelligentes und effizientes Lieferantenmanagement für viele Freihandelsabkommen weltweit über das MIC Lieferanten-Webportal ermöglicht. 

Vor allem aber will man sich permanent der Systemweiterentwicklung und Automatisierung widmen, um die Prozesseffizienz weiter zu steigern.

Wir wünschen allen Beteiligten weiterhin viel Erfolg bei gleichbleibendem Elan und und Engagement!


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