Neue Änderungen der Ursprungsregeln „würden europäische Autohersteller 4,3 Mrd. € kosten“

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Ein Branchenverband, der europäische Automobilhersteller vertritt, hat davor gewarnt, dass die neuen Ursprungsregeln für Importe von Elektrofahrzeugen die Branche über 4 Milliarden Euro kosten würden.


Die bevorstehenden Änderungen der EU-Ursprungsregeln im Handel für Elektrofahrzeuge zwischen der EU und Großbritannien könnten die Automobilhersteller in den nächsten drei Jahren bis zu 4,3 Milliarden Euro kosten, befürchtet ein Branchenverband.

Der Europäische Automobilherstellerverband (ACEA), der 14 große Hersteller mit Werken in Europa vertritt – darunter BMW, VW, Ford und Toyota – warnte außerdem, die strengeren Regeln würden im gleichen Zeitraum zu einem Produktionsrückgang bei Elektrofahrzeugen um 480.000 Einheiten führen. Dies entspräche der Produktionsleistung von zwei Automobilwerken durchschnittlicher Größe.

Er richtete daher einen „dringenden Appell“ an die Europäische Kommission, unverzüglich zu handeln, damit die neuen Zölle nicht wie vorgesehen zum 1. Januar 2024 in Kraft treten.

Luca de Meo, Präsident des ACEA und Geschäftsführer (CEO) des Renault-Konzerns, warnte davor, dass die EU mit diesem Schritt „einen großen Teil des Markts den globalen Herstellern überlassen würde“.

Er fügte hinzu: „Die Verbraucherpreise für europäische Elektrofahrzeuge gerade zu dem Zeitpunkt in die Höhe zu treiben, an dem wir angesichts des harten internationalen Wettbewerbs um Marktanteile kämpfen müssen, ist nicht der richtige Schritt - weder aus wirtschaftlicher noch aus umweltpolitischer Sicht.“

Die Änderungen der Ursprungsregeln sorgen dafür, dass sich der Prozentsatz der Batteriekomponenten eines Elektrofahrzeugs, der entweder aus der EU oder dem Vereinigten Königreich stammen muss, auf 60 Prozent erhöht, während 45 Prozent des Gesamtwerts eines Fahrzeugs aus dem Vereinigten Königreich oder der EU stammen müssen.

Fahrzeuge, die diesen Schwellenwert nicht erreichen, werden mit einem Zoll von zehn Prozent belegt, gleich ob sie aus dem Vereinigten Königreich in die EU exportiert werden oder den umgekehrten Weg nehmen. Der ACEA warnte, es sei derzeit ohne Importe aus Ländern wie China „praktisch unmöglich“, wesentliche Teile in ausreichender Menge zu beschaffen.

Luca de Meo sagte, es gäbe hierzu eine „ganz einfache und unkomplizierte Lösung“, nämlich die Verlängerung der derzeitigen Einführungszeit für Batterievorschriften um weitere drei Jahre. Dies würde der Batterieindustrie in Großbritannien und der EU die nötige Zeit geben, um die Produktion an diesen Standorten hochzufahren.

Trotz der Mahnungen der Industrie hat die Europäische Kommission keine Anzeichen dafür gezeigt, ihre Position hinsichtlich der neuen Ursprungsregeln zu ändern. In einem Interview mit dem Guardian erklärte der für den Binnenmarkt zuständige Kommissar Thierry Breton letzte Woche, es wäre falsch, aus dem Brexit wieder auszusteigen, um den Autoherstellern zu helfen.

Er sagte: „Wenn etwas ausgehandelt worden ist, sollte man es nicht ändern.“