Im Global Trade setzt BSH Hausgeräte GmbH bei Zolltarifierung und Exportkontrollklassifizierung auf MIC Software

Case Studies | Exportkontroll-Management | Tarifierung & Klassifizierung | 1 Oktober 2015

Einführung einer zentralen und standardisierten Konzernlösung für effiziente Produkt-Zolltarifierung und Exportkontrollklassifizierung


Interview mit

Herrn Thomas Nöbel, Referent IT-Koordination für den Zentralbereich Steuern und Zölle (CTC-IN) bei der BSH Hausgeräte GmbH über die Einführung von MIC CCS für eine zentrale und standardisierte Produkt Zolltarifierung und Exportkontrollklassifizierung.

 

BSH Hausgeräte GmbH - Das Unternehmen

Die BSH Hausgeräte GmbH ist der größte Hausgerätehersteller in Europa und gehört zu den weltweit führenden Unternehmen der Branche. Der Konzern entstand 1967 als Gemeinschaftsunternehmen der Robert Bosch GmbH (Stuttgart) und der Siemens AG (München). Seit Januar 2015 gehört die BSH ausschließlich zur Bosch Gruppe. 2014 erzielte die BSH einen Umsatz von rund 11,4 Milliarden Euro. Heute hat die BSH 43 Fabriken in 13 Ländern in Europa, USA, Lateinamerika und Asien. Zusammen mit einem Netz von Vertriebs- und Kundendienstgesellschaften sind fast 80 Gesellschaften in rund 50 Ländern mit ca. 53.000 Mitarbeitern für die BSH tätig.

Das Produktportfolio umfasst das gesamte Spektrum moderner Hausgeräte. Es reicht von Herden, Backöfen und Dunstabzugshauben über Geschirrspüler, Waschmaschinen, Trockner, Kühl- und Gefrierschränke bis hin zu kleinen Hausgeräten (Consumer Products) wie Staubsaugern, Kaffeevollautomaten, Wasserkochern, Bügeleisen oder Haartrocknern.

Quelle: http://www.bsh-group.de

 

Mehrere Systeme, verteilte Prozesse und die daraus resultierenden Probleme bei BSH

Die Bestimmung und einheitliche Verwendung der richtigen Zolltarifierung sowie Exportkontrollklassifizierung für ein Produkt ist die grundlegendste und oft schwierigste Aufgabe innerhalb des internationalen Handels. Sie ist ein wesentlicher Teil der Unternehmens-Compliance und der entscheidende Schlüsselfaktor für die Berechnung von Zollabgaben sowie für die Einhaltung der Compliance-Regularien in der globalen Supply Chain.

Tatsache ist aber, dass täglich viele Personen in verschiedenen Bereichen eines Unternehmens Tarifierungs- und Klassifizierungsentscheidungen treffen, welche sehr oft zu einem erhöhten Arbeitsaufwand und Uneinheitlichkeit bei gleichen Produkten in der Zolltarifierung und Exportkontrollklassifizierung führen.

Bei BSH hat man sich einer sehr ähnlichen Situation gegenüber gesehen. Die notwendige Produkt-Tarifierung und Klassifizierung der zahlreichen Produkte erfolgte auf verschiedenen ERP-Systemen (SAP) und wurde von unterschiedlichen Personen vorgenommen. Die vom Kunden im SAP-System selbstentwickelten Tools für die Produkt-Tarifierung & Klassifizierung konnten das Problem auf Dauer auch nicht lösen.

Unabhängig von dieser Problematik wurde bei BSH bereits an einer Global Trade Strategie gearbeitet, mit dem Ziel zentrale und standardisierte Prozesse für den Außenhandel unternehmensweit einzuführen. Der Zentralbereich Steuern und Zölle bei BSH stand nun vor der Aufgabe den richtigen Softwareanbieter für die Umsetzung der Global Trade Strategie auszuwählen.

 

Warum sich BSH für MIC entschieden hat

BSH's Suche konzentrierte sich auf einen globalen Partner und nicht auf einen reinen Softwareanbieter. Jemanden mit der Möglichkeit für weitere Entwicklungen sowohl funktional als auch in der Länderabdeckung. Dabei war es BSH wichtig nicht nur "eine Schachtel mit Software" auf den Tisch gestellt zu bekommen, sondern gemeinsam eine IT-gestützte Lösung zu erarbeiten, die die Anforderungen aus den Geschäftsprozessen erfüllt.

Herr Thomas Nöbel, Referent IT-Koordination für den Zentralbereich Steuern und Zölle bei BSH, erzählt: "MIC verfügte bereits über eine fertige Lösung für Produkt-Tarifierung und Exportkontrollklassifizierung mit Installationen in zahlreichen Ländern. Wesentlich war, dass Produkt-Tarifierung und Exportkontrollklassifizierung, die ja aufeinander aufbauen, in ein und demselben System weltweit erledigt werden können, es gibt damit keinen Bruch in der Bearbeitung welche somit von ein und derselben Person in ein und demselben System zeitnah durchgeführt werden kann. Im Vertriebsprozess bedeutet das für uns unter anderem, dass beide Informationen so früh wie möglich (z.B. Geschäftsanbahnung) ersichtlich sind, und das immer am aktuellsten Stand. Damit verschaffen wir uns einen großen Handlungszeitraum. Hier hat MIC das überzeugendste Konzept vorgestellt."

Thomas Nöbel ergänzt: "Abgesehen davon bietet MIC das gesamte Spektrum an GTM Lösungen auf einer einzigen IT Plattform und damit für uns die Möglichkeit weitere im Einsatz befindliche Außenhandelslösungen (z.B. für die Einfuhr- und Ausfuhrabwicklung, Warenursprung und Präferenzen) in der Zukunft einzuführen und entsprechend unserer Global Trade Strategie zu zentralisieren und zu standardisieren. MIC war einfach der Anbieter mit der höchsten Integration der verschiedenen Außenhandelsthemen auf einer Plattform, der größten Internationalität und der die notwendige Flexibilität für weitere Entwicklungen innerhalb von BSH bietet."

 

BSH's Erfahrungen mit MIC

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für ein Projekt ist die Qualität der zugrundeliegenden Dokumentation der Kundenanforderungen und dessen Umsetzung in eine termingerecht realisierbare Projektplanung. BSH und MIC ergänzten sich hier optimal, beide pflegten einen sehr pragmatischen Projektzugang mit sehr gutem Gesprächs- bzw. Projektgruppenklima sowie Bereitschaft zu hoher Flexibilität.

"Alles was funktionieren sollte hat funktioniert und zwar zu dem Zeitpunkt der dafür vorgesehen war. MIC war nicht nur in Time, sondern auch in Budget und Scope, " merkt Thomas Nöbel an und erläutert weiter: "Die installierte MIC Lösung wurde bereits im Testbetrieb dazu genutzt um Datenbereinigung im Vorfeld zum Echtbetrieb zu betreiben um die Stammdatenqualität zu verbessern. Gleichzeitig konnte das Regelwerk erweitert und verbessert werden. Das war für unsere Mitarbeiter ein gutes Training ohne live zu sein aber trotzdem produktiv verwertbare Arbeitsergebnisse zu erhalten. Bereits hier konnten die Prozesse optimiert werden obwohl das so gar nicht eingeplant war, aber MIC war sehr flexibel und konnte auch damit umgehen."

Besonders betont Thomas Nöbel: "MIC hat sich über BSH und seine Probleme Gedanken gemacht und ist mit Lösungen gekommen, davon hing der Erfolg ab. Die 'Kommunikation' erfolgt in erster Linie über die Geschäftsprozesse d.h., wir haben eine Anforderung aus einem Geschäftsprozess und es gibt eine detaillierte Geschäftsprozessdokumentation der BSH auf Basis derer MIC IT-seitig eine Lösung bereitstellt bzw. anpasst. Wir haben eigentlich selten über Software gesprochen sondern über Abläufe, ob sie darstellbar sind und unter welchen Voraussetzungen. Aus meiner Sicht ist das sehr wichtig da das Ergebnis im Idealfall den Geschäftsprozess 1:1 abdecken kann und die Anwender sich im Tagesgeschäft in Geschäftsprozessen und nicht in Software "bewegen". Schließlich hat man nicht lange über diese Herausforderungen diskutiert, sondern hat Entscheidungen getroffen wie diese zu lösen sind. Es war auch außerordentlich von Vorteil, dass MIC sehr bemüht war nur einen Ansprechpartner gegenüber BSH zu haben, welcher den Überblick über den Status des Gesamtprojektes verantwortete. Dieses 'One Face to the Customer' Prinzip wurde von MIC auch bis zum Schluss durchgehalten, das war sehr angenehm."

 

Was hat sich mit der Einführung der MIC Lösung bei BSH geändert, was sind die Benefits?

BSH setzt gegenwärtig auf folgende MIC Lösungsvariante für eine zentrale, standardisierte und effiziente Produkt-Tarifierung und Exportkontrollklassifizierung:

  • MIC CCS CTC für die Produkt-Tarifierung sowie MIC CCS ECC für die Produkt-Klassifizierung
  • Beides für Deutschland mit einem bereits erfolgtem Projektstart für Polen
  • Die Lösung wurde als 'Software as a Service' Model implementiert, mit Schnittstellen zum SAP-System von BSH inklusive Rückgabeschnittstellen für die in MIC CCS tarifierten und klassifizierten Artikel. Im Detail heißt das, dass es eingehende Artikelschnittstellen und ausgehende Artikel-Rückschnittstellen gibt, welche die in MIC CCS angereicherten Daten wieder an das BSH SAP-System zurückschreiben.
  • Eine Besonderheit ist die neu verfügbare sowie selbstlernende Tarifierungs-Vererbung basierend auf Matching-Rules, welche neu zu tarifierenden Artikeln Tarifierungsvorschläge auf Basis der bereits tarifierten Artikel bietet.
  • Es werden auch Selektions-Regeln verwendet falls die oben genannte Matching Rule keine passenden Ergebnisse liefert. Bei der Tarifierung bedeutet das einerseits die direkte Zolltarifnummernzuordnung zum Artikel bei Übereinstimmung, oder auch den Ausschluss von der automatisierten Tarifierung. Solche 'Exclude-' bzw. Ausschlussanweisungen gelten für Artikel die unbedingt vom Sachbearbeiter tarifiert werden müssen.
  • Die Logik der Selektions-Regeln kommt auch hinsichtlich der Exportkontrollklassifizierung von Artikeln zum Einsatz um eine Vorauswahl von exportkontrollrelevanten Artikeln zu treffen und potentiell exportkontrollrelevante Artikel für die weitere Prüfung zu bestimmen.

"Mit MIC's zentralem Tarifierungs- und Klassifizierungssystem sind wir nun in der Lage künftig unsere Produkte mit einer korrekten Zolltarifierung und Exportkontrollklassifizierung weltweit zu versehen" hebt Thomas Nöbel hervor und setzt fort: "Damit verfügen wir über eine technisch und fachlich zentrale Konzernlösung mit hoher Transparenz, und vor allem standardisierten, automatisierten und kontrollierten Prozessen."

In organisatorischer Hinsicht unterstützt MIC's Lösungskonzept voll und ganz BSH's Global Trade Strategie. Die rund 750.000 Artikel von BSH können dadurch genau und mit wenig Aufwand tarifiert und klassifiziert werden und das über ein zentrales Foreign Trade Service Center (FTSC) in Polen für Deutschland und die EU.

Thomas Nöbel erklärt: "Für Deutschland und ausgewählte EU-Länder liefert das FTSC PL die konkreten Tarifierungen und Klassifizierungen, für die anderen Länder in der EU werden den BSH Landesorganisationen Tarifierungs- bzw. Klassifizierungsvorschläge geliefert, die Landesorganisationen machen dann die finalen Tarifierungs- und Klassifizierungsentscheidungen. Das stellt für uns durch den erhöhten Automatisierungsgrad eine wesentliche Erleichterung dar, verbessert unsere Compliance und macht uns fit für Behörden-Audits." BSH nutzt dabei die von MIC entwickelte Quertarifierungs-Funktionalität, die die Artikel-Tarifierung bzw. Klassifizierung für ein neues Land basierend auf der bereits in einem anderen Land vorgenommenen Artikel-Tarifierung bzw. Klassifizierung ermöglicht.

"Und die Lösung hat einen weiteren Nebeneffekt:" berichtet Thomas Nöbel, "Im Rahmen unserer Global Trade Organisation wurde diese Lösung vorgestellt, in der Regel sind solche Rollouts aus den Zentralbereichen immer unter einer kritischen Beobachtung der lokalen Organisationen, in unserem Fall können wir uns vor "Kunden" kaum retten, jede lokale Organisation möchte gerne dabei sein, das spricht für sich!"

 

Was kommt als nächstes?

Bereits jetzt wird am Rollout der bestehenden MIC CCS Lösung für die Produkt-Tarifierung und Klassifizierung in weitere Länder gearbeitet. Konkret wird MIC CCS nach Polen ausgerollt, gefolgt von einem geplanten Rollout für die gesamte EU. Im Raum steht auch ein Rollout für die Niederlassungen außerhalb der EU, also weltweit.

Noch nicht erwähnt wurde, dass sich bei BSH bereits eine Variante für OCS SCS (Supply Chain Solicitation) im Einsatz befindet. OCS SCS unterstützt BSH bei der Einholung der Langzeitlieferantenerklärungen, welche einen wesentlichen Baustein für eine korrekte Präferenzursprungskalkulation darstellen.

Bezüglich des Einsatzes weiterer MIC Module meint Thomas Nöbel abschließend: "Die hohe Flexibilität der MIC Module und deren breite fachliche Abdeckung (GTM Suite) haben ein großes Potential für den globalen Aufbau eines umfassenden Foreign Trade Service Centers bei BSH."


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