Der anhaltende Handelsstreit zwischen der Schweiz und den Vereinigten Staaten ist nach wie vor ungelöst. Exporteure stehen weiterhin unter Druck, obwohl seit Washingtons Entscheidung, auf die meisten Schweizer Waren einen Zollsatz von 39 Prozent zu erheben, bereits zwei Monate vergangen sind
Die Anfang August beschlossene Maßnahme kam für Schweizer Beamte und Exporteure völlig überraschend, da der Zollsatz weit über den Erwartungen früherer Gespräche lag. Wichtige Branchen, von der Luxusuhrenindustrie und der Herstellung von Präzisionsinstrumenten bis hin zur Milchwirtschaft und dem Maschinenbau, berichten von steigenden Kosten und einem Verlust an Wettbewerbsfähigkeit.
Bei einem Treffen mit dem US-Finanzminister in diesem Monat räumte der Schweizer Wirtschaftsminister Guy Parmelin ein, dass es „keine Anzeichen für Fortschritte“ bei der Senkung oder Abschaffung der Zölle gebe.
Viele Schweizer Unternehmen gestalten ihre Lieferketten um, um die Auswirkungen der höheren US-Zölle abzufedern. Hersteller warnen vor sinkenden Margen und rückläufigen Aufträgen, sobald die höheren Zölle in wichtigen US-Märkten greifen.
Da eine Lösung nicht in Sicht ist, setzen die Schweizer Behörden den Dialog mit Washington fort. Die Akteure der Branche fordern ein schnelleres politisches Engagement, doch die unmittelbaren Aussichten bleiben ungewiss.
Offizielle Zahlen zeigen im September zwar einen Anstieg der Schweizer Exporte in die USA um 43 Prozent, dieser war jedoch größtenteils auf Arzneimittel zurückzuführen – einen Sektor, der nicht von den Zollmaßnahmen betroffen ist.