Die wichtigsten Funktionen, auf die Sie bei der Suche nach einer Exportsoftware achten sollten

Eine umfassende Exportsoftware ist ein wichtiger Bestandteil jedes Unternehmens mit internationalem Versandgeschäft. Die richtige Technologie ist entscheidend, um einen reibungslosen und kosteneffizienten Betrieb zu gewährleisten. Ohne geeignete Lösungen zur Vereinfachung des Exportmanagements können Unternehmen mit zusätzlichen Handelshemmnissen konfrontiert werden – von Verzögerungen in Einfuhrhäfen aufgrund fehlender oder unvollständiger Unterlagen bis hin zu hohen Zollgebühren oder Geldstrafen wegen falsch klassifizierter/tarifierter Sendungen.

Es gibt zwar eine Vielzahl von Angeboten für das Exportmanagement, jedoch müssen Sie sicherstellen, dass die von Ihnen gewählte Lösung den gesamten Versandprozess abdecken kann. Daher sollte die Lösung einige zentrale Funktionen enthalten, um Ihre Abläufe so einfach wie möglich zu gestalten.

Warum in Exportsoftware investieren?

Eine effektive Exportsoftware ist für den reibungslosen Ablauf jedes internationalen Handelsgeschäfts unerlässlich. Sie könnten zwar Ihre Zollanmeldungen manuell erstellen oder sich auf externe Makler verlassen, die die erforderlichen Formalitäten übernehmen, doch dies würde sich schnell als umständliche und kostenintensive Lösung erweisen.

Die wichtigsten Vorteile von Exportsoftware

Der Einsatz von Exportsoftware bietet zahlreiche Vorteile. Die wichtigsten Vorteile lassen sich in vier Kategorien einteilen. Hierbei handelt es sich um:

  • Zeit: Mithilfe von Software können Sie wichtige Meldungen oder Anmeldungen deutlich schneller übermitteln.
  • Genauigkeit: Exportmanagement-Tools reduzieren das Risiko von Fehlern bei der Ermittlung des Warenursprungs erheblich und stellen sicher, dass Sie stets die globalen Handelsvorschriften einhalten.
  • Produktivität: Die richtige Technologie beschleunigt Prozesse und reduziert zugleich den Aufwand für manuelle Dateneingaben, Recherchen und das Lieferantenmanagement, sodass Sie mehr Zeit für wichtigere Aufgaben haben.
  • Sicherheit: Mit einer Exportsoftware können Sie sicher sein, dass Ihre Sendungen korrekt abgewickelt werden und Verzögerungen am Bestimmungsort minimiert werden. Dank der umfassenden Überprüfbarkeit und Rückverfolgbarkeit innerhalb des Systems behalten Sie jederzeit den Überblick.

Eine globale Lösung

Es ist sinnvoll, sich für eine zentrale Lösung zu entscheiden, die einen globalen Ansatz verfolgt und Tools sowie Module für alle wichtigen Volkswirtschaften bereitstellt. Sie könnten zwar länderspezifische Lösungen einsetzen. Wenn jedoch alle Funktionen in einem einzigen System gebündelt sind, steigert dies die Produktivität und erleichtert sowohl die Erweiterung des Betriebs als auch die Erschließung neuer Lieferketten erheblich. Neue Produktlinien können hinzugefügt werden, ohne dass zusätzliche Software erforderlich ist.

Erfüllung der Klassifizierungs- Tarifierungsanforderungen

Ein zentraler Bestandteil jeder Exportsoftware ist die Fähigkeit, exportierten Waren schnell und präzise die richtigen Produktklassifizierungen bzw. Tarifierungen zuzuweisen. Dies ist aus mehreren Gründen erforderlich. Diese Produktklassifizierungen erfüllen nicht nur regulatorische Anforderungen zu statistischen Zwecken, sondern sind auch entscheidend für die Identifizierung von Waren, die möglicherweise einer Präferenzbehandlung oder besonderen Ausfuhrbeschränkungen, etwa Kontingenten, unterliegen.

Sicherstellung von Richtigkeit und Effizienz

Eine gute Exportmanagement-Software sollte Klassifizierungs- bzw. Tarifierungsprozesse optimieren, indem sie diese soweit möglich automatisiert. Das bedeutet, dass Funktionen zur automatischen Zuweisung korrekter Klassifizierungscodes sowie zur Speicherung und Validierung von Produkten anhand nationaler Zolltarife erforderlich sind. Eine vollständige Integration in ERP-Systeme ist ebenfalls erforderlich.

Ihre Exportsoftware muss zudem besondere Zollregelungen berücksichtigen, etwa Freihandelszonen und Verarbeitungshandelsgebiete mit eigenen Import- und Exportanforderungen.

Erfüllung globaler Audit-Anforderungen

Die automatisierte Übermittlung von Exportmeldungen an die zuständigen Behörden muss ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil jeder Exportmanagement-Lösung sein. Die Möglichkeit, sich direkt mit digitalen Plattformen weltweit zu verbinden, beispielsweise mit dem Automated Export System der USA, erleichtert eine präzise Berichterstattung.

Gleichzeitig muss die Softwarelösung einen vollständig überprüfbaren Nachweis aller Aktivitäten und Entscheidungen für jeden Artikel bereitstellen. Dies ist bei Rückfragen oder Streitigkeiten mit Zollbehörden von entscheidender Bedeutung.

Sicherstellung der Einhaltung von Ursprungsregeln

Auch die Vorgaben der Ursprungsregeln müssen korrekt eingehalten werden. Die korrekte Angabe des Ursprungslandes ist entscheidend, wenn Unternehmen die Vorteile von Freihandelsabkommen mit Zollpräferenzen nutzen wollen, da diese in der Regel Mindestanforderungen festlegen, um für einen zollfreien Marktzugang infrage zu kommen. Bei der Ausfuhr von Waren zwischen Ländern mit entsprechenden Abkommen ist es entscheidend, dass diese Angaben korrekt sind, um falsche Zollzahlungen zu vermeiden.

Ursprungskalkulation bei komplexen Waren

Unternehmen, die Industriegüter versenden, sehen sich häufig mit besonders komplexen Ursprungsregeln konfrontiert. Beispielsweise stellen Artikel wie Automobile und Elektronikgeräte, die von globalen Lieferketten abhängig sind, eine besondere Herausforderung dar. Auch Waren mit unklarem endgültigem Ursprung sind häufig schwierig zu handhaben.

Die Möglichkeit, auf einen Blick zu erkennen, aus welchen Ländern einzelne Komponenten stammen und welchen prozentualen Anteil sie am Gesamtwert eines Artikels haben, ist unerlässlich, um Ursprungsregeln einzuhalten und von Zollpräferenzen zu profitieren. Eine gute Exportsoftware kann dies automatisch erledigen und bei Änderungen in der Lieferkette entsprechende Anpassungen vornehmen.

Lieferantenerklärungsmanagement

Automatisierte Tools für das Lieferantenerklärungsmanagement sind ein weiterer wichtiger Bestandteil entsprechender Ursprungslösungen. Eine direkte Verbindung zu den ERP-Systemen der Lieferanten ermöglicht die automatische Erfassung wichtiger Daten. Gleichzeitig sollte die Exportsoftware automatisierte oder manuelle Datenanfragen gemäß den relevanten Standards versenden können – per E-Mail, über Webportale oder in Papierform, abhängig von den Anforderungen der jeweiligen Gerichtsbarkeit. Alle Änderungen, die an diesen Angaben vorgenommen werden, müssen ebenfalls automatisch in die Ursprungsberechnungen einfließen, um Fehler durch veraltete Informationen zu vermeiden.

Exportkontrollmanagement

Die richtige Einstufung für den Export ist besonders wichtig, wenn Sie Waren versenden, die unter die Kategorie ‚Dual-Use-Güter‘ fallen, also Güter, die neben kommerziellen auch militärischen Zwecken dienen können. Für Exporte aus den USA oder der EU kann es zusätzliche Beschränkungen hinsichtlich der zulässigen Bestimmungsorte und Empfänger geben.

Exportkontrollklassifizierung

Bei der Klassifizierung solcher Artikel kann eine falsche Einstufung zu erheblichen Problemen führen, da Verstöße gegen Exportkontrollvorschriften mit hohen Strafen geahndet werden. Eine gute Exportsoftwarelösung kann das Fehlerrisiko deutlich reduzieren, indem sie alle Waren mit Exportkontrolllisten und Embargolisten abgleicht. Einige Klassifizierungen sind komplex, da sie Komponenten enthalten, die mehreren Kategorien zugeordnet werden können. Mit geeigneten Tools behalten Sie jedoch den Überblick und gewinnen zusätzliche Sicherheit.

Außerdem können Sie damit feststellen, welche zusätzlichen Lizenzanforderungen Sie vor dem Versand erfüllen müssen, und einen transparenten sowie vollständig überprüfbaren Nachweis des gesamten Arbeitsablaufs zu Berichtszwecken erstellen.

Sanktionslistenprüfung

Darüber hinaus müssen Unternehmen sicherstellen, dass sie keine Waren an sanktionierte Personen oder Organisationen versenden. Dies ist nicht immer eine einfache Aufgabe, da es keine einheitliche umfassende Liste gibt, die als alleinige Referenz dienen kann. Eine gute Exportmanagement-Software kann diese Prozesse jedoch automatisieren, indem sie Namen mit Sanktionslisten abgleicht und bei einer Übereinstimmung entsprechende Sendungen automatisch blockiert. Dadurch wird sichergestellt, dass Sie mit den jeweils aktuellsten Listen arbeiten.

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