Neue Zahlen der Welthandelsorganisation (WTO) zeigen für dieses Jahr einen leichten Anstieg des weltweiten Handels, warnen jedoch davor, dass die Auswirkungen höherer Zölle im Laufe der Zeit ein großes Risiko für 2026 darstellen könnten.
Der jüngste Bericht „Global Trade Outlook and Statistics” der Organisation schätzt, dass das gesamte Handelsvolumen im Jahr 2025 um 0,9 Prozent steigen wird. Dies stellt eine Verbesserung gegenüber der in der vorherigen Studie prognostizierten Schrumpfung von 0,2 Prozent dar, liegt jedoch immer noch deutlich unter der Prognose von 2,7 Prozent Wachstum vor der Ankündigung der US-Zölle.
Als Hauptgrund für die höher als erwartet liegenden Zahlen wurde ein Anstieg der Importe genannt, da Unternehmen versuchten, Produkte vor Inkrafttreten der Zölle in die USA zu liefern. Da jedoch viele Abgaben nun erst eingeführt werden, bleibt die volle Auswirkung der Zölle noch abzuwarten.
Die Generaldirektorin der WTO, Ngozi Okonjo-Iweala, stellte fest, dass der Welthandel angesichts einer Reihe anhaltender Schocks Widerstandskraft gezeigt habe, warnte jedoch vor schwierigen Zeiten.
Sie erklärte: „Die Unsicherheit hinsichtlich der Zölle lastet weiterhin schwer auf dem Vertrauen der Unternehmen, den Investitionen und den Lieferketten. Unsicherheit bleibt einer der größten Störfaktoren im globalen Handelsumfeld.
„Dennoch ist es wichtig, dass ein umfassenderer Kreislauf von Vergeltungsmaßnahmen, der dem globalen Handel erheblichen Schaden zufügen könnte, bislang vermieden wurde.“
Der Bericht kam zu dem Ergebnis, dass asiatische Länder in diesem Jahr die wichtigsten Treiber des Warenhandels sein werden, während Nordamerika das globale Wachstum für 2025 und 2026 wahrscheinlich negativ beeinflussen wird. Es wird geschätzt, dass die Importe in die Region in diesem Jahr um 8,3 Prozent zurückgehen werden, während die Exporte aus Nordamerika um 4,2 Prozent sinken werden.