Da globale Lieferketten immer fragmentierter und unvorhersehbarer werden, entwickelt sich der Zugang zu Handelsinformationen zunehmend zu einer strategischen Notwendigkeit.
Laut der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) rücken Transparenzinstrumente aufgrund sich verändernder Handelsrouten und einer zunehmenden Anfälligkeit für externe Schocks „an die Spitze des globalen Handels“. Das Thema lautet nun Resilienz.
Die jüngsten Störungen – von geopolitischen Konflikten bis hin zu Umleitungen im Schiffsverkehr – haben gezeigt, wie schnell sich die Handelsbedingungen ändern können. In einem solchen Umfeld sind Unternehmen, die sich auf veraltete oder unvollständige Informationen stützen, einem höheren Risiko von Verzögerungen, Verstößen gegen Vorschriften und steigenden Kosten ausgesetzt.
Transparenz verringert Unsicherheiten in volatilen Lieferketten
Eines der Hauptargumente der UNCTAD lautet, dass sowohl der Zugang zu Daten als auch Transparenzinstrumente dazu beitragen, Unsicherheiten im Zuge der Weiterentwicklung von Handelswegen zu verringern. Digitale Handelsinformationsportale ermöglichen es Unternehmen beispielsweise, in Echtzeit auf aktuelle Informationen zu Verfahren, Zöllen und Grenzvorschriften zuzugreifen.
Dies ist von Bedeutung, da moderne Lieferketten immer dynamischer werden. Da sich Transportwege aufgrund von Konflikten oder politischen Veränderungen verschieben, benötigen Unternehmen nicht nur einen Überblick darüber, wohin Waren transportiert werden, sondern auch darüber, unter welchen rechtlichen Rahmenbedingungen der Transport erfolgt.
Ohne verlässliche Daten sind Unternehmen gezwungen, Entscheidungen reaktiv zu treffen. Dies kann zu unerwarteten Zollkosten, Problemen mit den Unterlagen oder Verzögerungen an Grenzübergängen führen, was insgesamt das operative Risiko erhöht.
Transparente Daten tragen daher dazu bei, die Vorhersehbarkeit in einem ansonsten instabilen Umfeld zu verbessern.
Die Digitalisierung ist nur dann wirksam, wenn die Systeme miteinander vernetzt sind
Die UNCTAD betont zudem, dass es bei der Erleichterung des digitalen Handels nicht nur darum geht, Papier durch elektronische Systeme zu ersetzen. Die größere Herausforderung ist die Integration.
Damit Transparenz effektiv funktioniert, benötigen Unternehmen vernetzte Systeme, die einen nahtlosen Informationsfluss zwischen Zollbehörden, Logistikdienstleistern und Handelsplattformen ermöglichen.
Dazu gehören:
- Elektronische Zollanmeldungen
- Digitale Ursprungszeugnisse
- E-Payment-Systeme
- Grenzüberschreitende Anerkennung elektronischer Handelsdokumente
Der Mehrwert liegt in der Interoperabilität. Wenn Systeme fragmentiert sind, können digitale Prozesse eher zusätzliche Engpässe verursachen, statt bestehende zu beseitigen.
Echtzeitinformationen gewinnen zunehmend an Bedeutung
Die UNCTAD stellt fest, dass einige Länder mittlerweile Echtzeit-Zollrechner in ihre Handelsportale integrieren, sodass Unternehmen sofort Informationen zu aktuellen Zöllen und Grenzgebühren abrufen können.
Dies spiegelt einen allgemeinen Wandel im Handelsmanagement wider. Statische Informationen reichen nicht mehr aus, wenn Zölle, Sanktionen und Handelsbeschränkungen sich rasch ändern können.
Für Unternehmen hängt eine effektive Transparenz zunehmend von folgenden Faktoren ab:
- Ständig aktualisierte Handelsdaten
- Zentraler Zugriff auf Vorschriften und Verfahren
- Transparenz über Lieferanten- und Logistiknetzwerke hinweg
- Schnellerer Informationsaustausch zwischen internen Teams und externen Partnern
In der Praxis ist die Geschwindigkeit der Informationsübermittlung inzwischen nahezu ebenso wichtig wie die Informationen selbst.
Kleinere Unternehmen stehen unter dem größten Druck
Der mangelnde Zugang zu Handelsinformationen trifft KMU in der Regel unverhältnismäßig stark. Die UNCTAD warnt davor, dass bei schwer zugänglichen Informationen „kleinere Händler und Unternehmen den Preis dafür zahlen“.
Große multinationale Konzerne verfügen oft über eigene Compliance- und Logistikteams. Kleinere Unternehmen sind stärker auf leicht zugängliche, standardisierte Informationen angewiesen, um grenzüberschreitende Handelsprozesse effizient abzuwickeln. Das bedeutet, dass Transparenz sich unmittelbar auf den Marktzugang und die Wettbewerbsfähigkeit auswirkt.
Warum Daten für die Widerstandsfähigkeit des Handels von entscheidender Bedeutung sind
Der von der UNCTAD festgestellte allgemeine Trend besagt, dass Transparenz und Vereinfachung „strategische Instrumente für die Widerstandsfähigkeit“ sind.
Angesichts sich verändernder Handelsrouten und anhaltender Störungen in den Lieferketten benötigen Unternehmen mehr als nur Transparenz über ihre Sendungen. Sie benötigen Systeme, die Handelsdaten in schnellere und fundiertere Entscheidungen umsetzen können.
In diesem Umfeld wird der schnelle und übersichtliche Zugriff auf aktuelle Daten zu einem zentralen Faktor für das Risikomanagement, die Aufrechterhaltung der Geschäftskontinuität und die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen.