Die britische Regierung bezeichnet das neue Handelsabkommen mit sechs Golfstaaten als bedeutenden Impuls für Exporte, Investitionen und langfristiges Wirtschaftswachstum.
Das Abkommen mit Bahrain, Kuwait, Oman, Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten soll der britischen Wirtschaft rund 3,7 Milliarden Pfund einbringen. Zudem wird erwartet, dass nach vollständiger Umsetzung jährlich etwa 580 Millionen Pfund an Zöllen auf britische Exporte entfallen. Zu den Produkten, die davon profitieren sollen, gehören Cheddar-Käse, Butter und Schokolade sowie weitere Bereiche der Industrie und des Dienstleistungssektors.
Als erstes Abkommen zwischen dem Golf-Kooperationsrat (GCC) und einem G7-Land ist dieses Abkommen von strategischer Bedeutung. Für das Vereinigte Königreich spiegelt es das anhaltende Bestreben wider, die Handelsbeziehungen außerhalb Europas auszubauen und die Verbindungen zu wachstumsstarken Märkten zu stärken.
Über Zollsenkungen hinaus zielt das Abkommen darauf ab, den Marktzugang für britische Unternehmen, die in der Golfregion tätig sind, zu verbessern, insbesondere durch vereinfachte Partnerschaften sowie erleichterte grenzüberschreitende Geschäftstätigkeiten. Reeves betonte, das Abkommen komme Arbeitsplätzen, der Industrie und den Verbrauchern zugute.
Premierminister Keir Starmer bezeichnete das Abkommen als „großen Erfolg“ für britische Arbeitnehmer und Unternehmen, während Wirtschafts- und Handelsminister Peter Kyle erklärte, es werde den Exporteuren in Zeiten globaler Instabilität Sicherheit bieten.
Das Abkommen unterstreicht zudem die wachsende Bedeutung der Golfregion für die britische Handelsstrategie. Die Volkswirtschaften des Golf-Kooperationsrats (GCC) sind nach wie vor bedeutende Energieproduzenten, investieren jedoch im Rahmen umfassenderer Pläne zur wirtschaftlichen Diversifizierung auch massiv in Sektoren wie Infrastruktur, Technologie und Finanzen.
Für Unternehmen dürften sich die praktischen Auswirkungen vor allem in einem verbesserten Marktzugang und niedrigeren Handelskosten niederschlagen. Gemeinsam mit den jüngsten Abkommen mit Indien, Südkorea, den USA und der EU unterstreicht das GCC-Abkommen die Strategie des Vereinigten Königreichs, seine Handelsbeziehungen zu diversifizieren und damit die Wirtschaft nach dem Brexit breiter aufzustellen.