Die Handelsspannungen zwischen der EU und China verschärfen sich

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Grund sind die wachsenden Sorgen über chinesische Industrieüberkapazitäten. Politische Entscheidungsträger warnen vor Risiken für die europäische Fertigungsindustrie.

Die Handelsspannungen zwischen der EU und China eskalieren, da europäische Politiker Bedenken äußern, dass chinesische Überkapazitäten in der Industrie zunehmend Druck auf wichtige europäische Sektoren ausüben.

Im Mittelpunkt der Debatte standen zunächst Elektrofahrzeuge (EVs), auf die die EU Zölle verhängte. Begründet wurde dies mit der Sorge, dass staatliche Subventionen in China zu unlauterem Wettbewerb führen. Inzwischen hat sich das Thema über den Automobilsektor hinaus ausgeweitet. Europäische Vertreter warnen, dass in immer mehr Branchen ähnlicher Druck entsteht.

Der Vorsitzende der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, warnte kürzlich, die EU müsse handeln, bevor China die europäischen Industrien „lahmlege“ – ein Ausdruck der in Brüssel weit verbreiteten Sorge, dass Billigimporte die heimischen Produktionskapazitäten untergraben könnten.

Im Mittelpunkt des Streits steht Chinas exportorientiertes Wachstumsmodell. Da die Binnennachfrage relativ schwach bleibt, richten chinesische Hersteller ihren Blick zunehmend auf das Ausland und steigern ihre Exporte – von Elektrofahrzeugen und Batterien bis hin zu Industriekomponenten und sauberen Technologien. Die chinesischen Exporte stiegen im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat um 19,4 Prozent, getragen von einer starken Nachfrage nach Autos und Technologieprodukten.

Europäische Politiker befürchten einen neuen „China-Schock“ – einen Importanstieg, der die heimische Industrie schwächt und die Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten erhöht.

„Der Tenor ist von Panik geprägt“, sagte Jeromin Zettelmeyer, Direktor von Bruegel, einem wirtschaftswissenschaftlichen Thinktank in Brüssel. „Es herrscht das Gefühl, dass die Industrie kurz vor dem Zusammenbruch steht und unmittelbare Gefahr droht.“

Dies stellt eine Herausforderung dar, wenn es darum geht, wirtschaftlichen Schutz mit der Aufrechterhaltung der Beziehungen in Einklang zu bringen. China ist nach wie vor einer der größten Handelspartner der EU, und viele europäische Unternehmen sind weiterhin stark auf dem chinesischen Markt vertreten.

Die Meinungsverschiedenheiten über Elektrofahrzeuge haben sich zunehmend zu einer breiteren Debatte über Industriepolitik, die Widerstandsfähigkeit der Lieferketten und wirtschaftliche Sicherheit ausgeweitet. Da beide Seiten bestrebt sind, strategische Industriezweige zu schützen und gleichzeitig die Handelsbeziehungen aufrechtzuerhalten, wird das Verhältnis zwischen der EU und China in den kommenden Jahren zunehmend zu einem zentralen Thema der Handelspolitik.