Der weltweite Warenhandel wuchs im ersten Quartal 2026 trotz zunehmender geopolitischer Spannungen weiter. Dies geht aus neuen Daten der Welthandelsorganisation (WTO) und der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) hervor.
Das saisonbereinigte Warenhandelsvolumen stieg im Vergleich zum Vorquartal um 1,9 Prozent und lag um 3,2 Prozent über dem Vorjahreswert, was die Widerstandsfähigkeit des Handels verdeutlicht, obwohl der Konflikt im Nahen Osten die Schifffahrtsrouten beeinträchtigte und den Druck auf die globalen Lieferketten erhöhte.
Die WTO führt diese Widerstandsfähigkeit zu einem großen Teil auf die starke Nachfrage nach KI-bezogenen Elektronikprodukten zurück. Der Handel mit integrierten Schaltkreisen und zugehörigen Technologiekomponenten trug dazu bei, die schwächere Entwicklung in Sektoren auszugleichen, die von höheren Energiekosten und durch den Konflikt verursachten Transportbeeinträchtigungen betroffen waren.
Die Organisation warnte jedoch davor, dass sich diese Widerstandsfähigkeit als vorübergehend erweisen könnte, sollten die geopolitischen Spannungen anhalten. Hohe Energiepreise könnten das Handelswachstum im weiteren Jahresverlauf belasten, da sie die Produktions-, Transport- und Logistikkosten in die Höhe treiben. Darüber hinaus könnten anhaltende Beeinträchtigungen im Reise- und Schiffsverkehr auch den Dienstleistungshandel beeinträchtigen.
Die neuesten Zahlen decken sich mit dem allgemeinen Ausblick der WTO für 2026, wonach der Welthandel in eine Phase größerer Schwankungen eintritt. Zwar schaffen Investitionen im Zusammenhang mit KI neue Nachfragequellen, doch bleiben geopolitische Risiken ein bedeutender Abwärtsfaktor für den internationalen Handel.
Die WTO erklärte, die Aussichten könnten sich verbessern, wenn sich die Spannungen im Nahen Osten entspannen und die Investitionen in KI-bezogene Produkte anhalten. Bis dahin müssen Unternehmen voraussichtlich in einem Handelsumfeld agieren, in dem technologiegetriebenes Wachstum zunehmend gegen geopolitische und wirtschaftliche Risiken abgewogen wird.