Die Exporte aus China in die USA gingen im August gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel zurück, da die Auswirkungen der neuen Zölle weiterhin zu spüren waren – dies wurde jedoch durch Zuwächse bei den Lieferungen in andere Regionen ausgeglichen, da Händler neue Märkte für ihre Waren suchten.
Offizielle Zahlen belegen, dass die Ausfuhren in die USA im August um 33 Prozent sanken, wodurch die Wachstumsrate auf den niedrigsten Stand seit sechs Monaten fiel. Insgesamt blieben die Exporte hinter den Prognosen zurück, die einen Anstieg um 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr erwartet hatten, nach 7,2 Prozent im Juli.
Haupttreiber war der Einbruch im Handel mit den USA; abgefedert wurde er durch kräftige Zuwächse in Chinas regionale Partnerländer. So stiegen die Exporte in die ASEAN-Staaten im August um 22,5 Prozent. Das deutet darauf hin, dass chinesische Unternehmen ihre Waren vermehrt über alternative Routen leiten, um die Zölle auf Direktlieferungen in die USA zu umgehen – eine Praxis, die als Transshipment (Umschlag über Drittstaaten) bekannt ist.
Auch die Exporte in die EU legten trotz mehrerer Handelsstreitigkeiten mit Brüssel im Jahresvergleich um 10 Prozent zu.
Zichun Huang, Chefökonomin für China bei Capital Economics, erklärte, das langsamere Gesamtwachstum sei zwar auf die hohe Vergleichsbasis des Vorjahres zurückzuführen, deute aber gleichwohl auf neue Belastungen hin:
„Da der vorübergehende Aufschwung durch den Handelsfrieden zwischen den USA und China nachlässt und die USA die Zölle auf über Drittstaaten umgeleitete Lieferungen erhöhen, dürften die Exporte in naher Zukunft unter Druck geraten“, fügte sie hinzu.
Im Juli kündigten die USA einen Zollsatz von 40 Prozent auf Waren an, die nach US-Auffassung über Drittstaaten umgeschlagen wurden; er trat im August in Kraft.