Die chinesische Regierung hat bei der Welthandelsorganisation (WTO) eine Beschwerde gegen Kanada wegen Zöllen und Kontingenten auf Stahl- und Aluminiumimporte eingereicht.
Dies folgt auf eine Ankündigung des kanadischen Premierministers Mark Carney vom vergangenen Monat, dass das Land zum Schutz seiner heimischen Industrien ein Zollkontingent für Länder einführen werde, mit denen es Freihandelsabkommen hat.
Dadurch werden Produkte aus Ländern, welche die Importmengen von 2024 überschreiten, mit einem Zollsatz von 50 Prozent belegt und zusätzliche Zölle in Höhe von 25 Prozent werden auf Importe aus allen Ländern erhoben, die Stahl enthalten, der in China geschmolzen und gegossen wurde.
Hintergrund dieser Maßnahme sind Beschwerden der Metallindustrie, dass andere Länder Produkte auf den kanadischen Markt umleiten, um die Zölle auf Importe in die USA zu umgehen.
Carney sagte damals: ‚Diese Maßnahmen werden die Wettbewerbsfähigkeit der kanadischen Stahlproduzenten sichern, indem sie die Branche vor Handelsverlagerungen schützen, die aus einem sich rasch wandelnden globalen Umfeld für Stahl resultieren
Huzaif Qaisar, Sprecher des kanadischen Handelsministeriums, erklärte gegenüber Reuters, dass die Maßnahmen eine „direkte Reaktion auf Chinas Überkapazitäten und nicht marktkonformes Verhalten“ in diesem Sektor seien und im Einklang mit den internationalen Handelsregeln stünden.
Er fügte hinzu, dass Kanada gemeinsame Treffen mit China fordert, um die WTO-Beschwerde zu erörtern und seine Bedenken hinsichtlich billiger Stahl- und Aluminiumimporte zur Sprache zu bringen.
Außerdem hat China eine Untersuchung der Einfuhren von Milchprodukten aus der EU verlängert, die Teil eines langjährigen Handelsstreits zwischen der EU und China ist.
Das chinesische Handelsministerium verwies auf die Komplexität des Falls, in dem es um mutmaßliche Subventionen der EU für Hersteller von Käse, Milch und Sahneprodukten geht, und verlängerte seine Untersuchung um weitere sechs Monate.