Nach dem mit Spannung erwarteten 90-tägigen Handelsfrieden zwischen den Vereinigten Staaten und China hat Peking begonnen, eine härtere Haltung einzunehmen – und „rote Linien“ gesetzt, um auf das zu reagieren, was es als ungelöste Handelsstreitpunkte bezeichnet.
Am 12. Mai 2025 einigten sich die USA und China in Genf auf eine Aussetzung des Handelskrieges für 90 Tage, der die eskalierenden Zölle reduziert. Die US-Zölle auf chinesische Waren wurden von rund 145 Prozent auf 30 Prozent gesenkt, während die chinesischen Abgaben auf US-Importe von etwa 125 Prozent auf 10 Prozent fielen.
Die Vereinbarung sah ein 90-tägiges Verhandlungsfenster vor, während die erhöhten Zölle bestehen blieben, anstatt sofort grundlegende Änderungen in den Handelsbeziehungen vorzunehmen. Die Pause im Handelskrieg wurde dann um weitere 90 Tage verlängert, wodurch die bevorstehenden Zollerhöhungen bis zum 10. November 2025 aufgeschoben wurden.
Während die Verhandlungspause vorübergehend die Vergeltungszölle lockerte und Raum für Verhandlungen schuf, deuten Chinas jüngste Maßnahmen im Bereich der Exportkontrollen und der Seltenen Erden darauf hin, dass es nicht bereit ist, in wichtigen Fragen Zugeständnisse zu machen. China hat die Maßnahmen der USA in Bezug auf Exportkontrollen und Zölle als Verstöße gegen das Abkommen bezeichnet und plant Schritte zum Schutz seiner Lieferkette und strategischer Sektoren.
Diese „vier roten Linien“ wurden definiert als: Taiwan, Demokratie und Menschenrechte, Chinas politisches System sowie Entwicklungsrechte.
Da beide Seiten ihre Handelsstrategien neu ausrichten, bietet die vorübergehende Pause wenig Sicherheit für die globalen Lieferketten. Die Handelsbeziehungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt bleiben fragil, wobei strategische Unklarheiten, sich verschiebende rote Linien und politische Unsicherheiten die globale Wirtschaftslandschaft prägen.